Projektziele

Vorrangiges Ziel des Projekts ist die Erarbeitung eines historisch-philologischen Kommentars zur Chronik des Johannes Malalas. Mit diesem Kommentar soll ein Arbeitsinstrument vorgelegt werden, das den Zugang zu diesem Werk erleichtert und eine konkretere wissenschaftliche Auseinandersetzung mit ihm ermöglicht. Dazu ist es erforderlich, Sacherläuterungen zum Text zu erarbeiten, die aus historischer, philologischer, kirchengeschichtlicher und archäologischer Perspektive sprachliche und inhaltliche Aspekte gleichermaßen behandeln.

Das Projekt wird sich zunächst mit den letzten Büchern der Chronik – beginnend mit dem 18. Buch – beschäftigen, da sie die Zeitgeschichte behandeln. In diesem Zusammenhang ist neben dem Quellenwert des Textes für diese Zeit (d.h. für die Jahre 491-565) besonders die Haltung des Autors zu den einzelnen Kaisern zu diskutieren, ferner seine Art der Darstellung zentraler Ereigniskomplexe, die Gewichtung der erzählten Begebenheiten sowie die Bedeutung der Chronik im Gesamtzusammenhang der Historiographie des 6. Jh.

Die Chronik des Johannes Malalas soll somit zum einen mit dem historisch-philologischen Instrumentarium traditioneller Quellenkritik sowie von Text-Kontext-Analysen untersucht und beschrieben werden, in denen nach Autor, Werk, Gattung, Verwendung von Topoi, Quellen usw. gefragt wird; zum anderen wird es darum gehen, dieses Werk unter einer erweiterten Perspektive im Gesamtzusammenhang der Memorialkultur im Oströmischen Reich des 6. Jh. - und darüber hinaus - zu verankern, um dadurch neue Erkenntnisse nicht nur über das Werk, sondern auch über die Gesellschaft, deren integraler Bestandteil es ist, zu gewinnen.

verantwortlich: Redaktion
Letzte Änderung: 22.10.2013